Erfahrungsberichte sollen den potentiellen Lehrgangsteilnehmer in die Lage versetzen, sich physisch und psychisch auf Lehrgänge vorzubereiten, um diese bestmöglich zu meistern. Informationssuchende erhalten grundlegende Eindrücke aus erster Hand.
Wenn Sie gute Berichte kennen oder Ihre eigenen Erfahrungen hier veröffentlichen möchten, schreiben Sie der RK Westmünsterland.
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Eine Information des Kameraden
OTL Hans-Peter Grünebach
über sein Buch: "Begegnungen auf dem Balkan - Einsatz für
den Frieden"
Ein Brief des Kameraden OFw
Stefan Eck von der RK Erfurt aus dem Kosovo
Matthias Beth berichtet vom SIRA-Lehrgang
im Februar 2001 (siehe auch Waffenring
deutscher Pioniere)
Der Dienstplan eines Uffz-Lehrganges
im Sommer 2000 in Koblenz
Ein Kamerad der RK
Wetterau:
-
Erfahrungsbericht vom Uffz-Lehrgang der Luftwaffe (Res) in Appen (bei Hamburg)
im Jahre 1999
Ein Kamerad der RK
Wetterau:
- Erfahrungsbericht vom Unteroffizierlehrgang des Heeres für
Reservisten in Koblenz bei der 7. Kompanie / PzGrenBtl 342 im Jahre 1999
Nicole Terner von der RK Euskirchen berichtet über ihren
- Unteroffizierslehrgang bei der Sanitätsakademie
der Bundeswehr in München im Jahre 1998
Ein Kamerad der RK
Wetterau:
-
Erfahrungsbericht vom Lehrgang “Zielfernrohrschütze G3” für Reservisten
in Hammelburg im Jahre 1998
"Begegnungen auf dem Balkan - Einsatz für den Frieden"
Liebe Kameraden der Reserve! Berlin, im Januar 2002
Als ehemaliger Coesfelder (wohnhaft in Gescher) und als Triathlet
viel im Münsterland herum gekommen, bitte ich heute, u.a. Info weiterzureichen.
Nachstehend versuche ich zu erklären, warum ich ein Buch über den
Balkan geschrieben habe, was drinnen steht und warum es gelesen werden sollte:
Im Kosovo bombten Extremisten einen mit Serben besetzten Bus unter den Augen
ihrer Beschützter in die Luft. Der Ruf nach Vergeltung für Hunderte
von Toten, die nach Einmarsch von KFOR Opfer von Racheakten geworden waren,
wurde lauter. Herausgefordert stand die neue, scheinbar besonnenere Politik
der Bundesrepublik Jugoslawien auf dem Prüfstand.
In Südserbien baute Kommandant Lleshi, weitgehend ungehindert,
die albanische "Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac" (UCPMB)
auf und bekämpfte, nach UCK-Manier, serbische Polizei in einer an und für
sich entmilitarisierten Zone bis er selbst zum Opfer wurde. In Mazedonien wurde
ethnisch motiviert gemordet, und die 1999 schon bestehende Bürgerkriegsgefahr
wuchs wie ein Krebsgeschwür; die Situation kollabierte. In Bosnien-Herzegowina
lösten sich die Fronten nicht auf; in Banja-Luka wurden Angehörige
der Internationalen Organisationen bei der Grundsteinlegung zu einer Moschee
vom Mob der Republik "Srpska" mit Steinen beworfen. In Kroatien begann eine
Abrechnung mit der Vergangenheit. Die Medien wandten sich aufgrund der spektakulären
Ereignisse teils wieder dem Balkan zu. Die europäische Öffentlichkeit
hatte den Balkan bereits aus dem Blick verloren. Wie schnell aber können
"Brennpunkte" wie Mitrovica, Brcko, Mostar, Tetovo und andere wieder zu lodern
beginnen und sich zum Flächenbrand ausweiten. Der Balkan bleibt ein Faß
mit ungelösten Problemen, das aufgemacht werden muss, sonst platzt es.
Der "Status Quo" beschert Europa noch lange keine friedliche Zukunft, wie die
Vergangenheit aufzeigte. Die bisherigen, durchweg anerkennenswerten Bemühungen
der Internationalen Gemeinschaft an Wiederaufbauhilfe und politischen Signalen
nach dem Zerfall von Ex-Jugoslawien reichen nach Geschwindigkeit und Konsequenz
nicht aus, um die verfeindeten Gruppierungen nachhaltig aufeinander zuzuführen.
Der Stabilitätspakt für Südosteuropa bedarf längerfristiger
Koordination, der Unterstützung aller politischer Strömungen in Europa
und damit auch der Geduld derjenigen, die in Balkanländern auf bezahlte
Arbeit und medizinische Betreuung für ihre Kinder hoffen. Nur raschere,
umfangreichere und gezieltere Präventivmaßnahmen, die vor allem der
jungen Generation Hoffnung und Glauben an die Zukunft und Solidarität Europas
vermitteln können, werden weiteres Blutvergießen auf dem Balkan verhindern
helfen.
Die Hoffnungsträger sind internationale und nationale
Hilfsorganisationen, die CIMIC-Organisation der Bundeswehr und LACHEN HELFEN
e.V. ( www.lachen-helfen.de ) u.a.,
die erkannt haben, daß HEUTE investiert werden muß, wenn man der
Generation von MORGEN eine Chance geben will. Die Jugend von heute ist es schließlich,
die das Europa von morgen mitgestalten wird, aber derzeit wieder das Werkzeug
von Demagogen zu werden droht. Wir brauchen deutlichere Signale an die Balkanländer
für eine Perspektive im gemeinsamen EUROPA. Nur sie könnten Extremisten
ins Leere laufen lassen. Sonst wird das "Leichenzählen" seine endlose Fortsetzung
finden. Der asiatische Raum und mit ihm Afghanistan, Taiwan, Pakistan, Indien
und Tschetschenien, sowie andere Republiken und Staaten der ehemaligen Sowietunion
haben ihren Einfluß auf das Geschehen auf dem Balkan. Die Aufmerksamkeit
der Medien, der Geldmittelfluß der Geberländer, sowie die Spendenbereitschaft
und das Engagement der Hilfsorganisationen stehen in einem engen Zusammenhang
und spielen dabei eine herausragende Rolle.
Zu dem Thema habe ich Anfang des Jahres ein Buch veröffentlicht,
das vor den Konsequenzen von mißachtetem Engagement warnt:
"Begegnungen auf dem Balkan - Einsatz für den Frieden", ist
im Verlag Alexander Mönch, Köln/München, http://www.moench-online.de/,
Fax 089-38102978 Tel 089-38102841, unter der ISBN 3-933819-15-6 am 16.01.2001
herausgegeben worden. Hans Koschnick, ehemaliger EU-Administrator von Mostar,
hat das Nachwort geschrieben.
Es ist als Buch signiert oder mit Widmung auch beim Autor per Email unter grueba@t-online.de
oder per Fax 030-41202622 zu bestellen (DM 24,90).
Viele militärische und zivile Helfer auf dem Balkan,
Angehörige internationaler und nationaler Organisationen, Journalisten
etc., die ich bei meinen Balkaneinsätzen getroffen habe, sind für
mich nur auf dem Wege über Buchhinweise in den Medien erreichbar.
Viele Aktive und Fördermitglieder, die meine Vorträge gehört
haben, ebenfalls.
Ich bitte deshalb, an der Verbreitung meiner persönlichen Friedensbotschaft
mitzuwirken.
Mit "Begegnungen auf dem Balkan" habe ich auch versucht, für die
Arbeit unserer Hilfsorganisationen, sowie für die Arbeit und Rolle unserer
Medien in den Balkanstaaten eine "Lanze zu brechen".
Das Buch ist den Kindern des Balkans gewidmet, da erst sie es sein werden, die ethnische und soziale Vorurteile vergessen und die Nachfolgestaaten Jugoslawiens mit Resteuropa in einer Wirtschafts- und Werteordnung vereinigen können.
Teil I läßt eindringlich die Bilder des Krieges im ehemaligen Jugoslawien 1991-1995 aufleben und stellt kritisch die besonderen Eindrücke und Erfahrungen im Einsatz als Chef der Operationsabteilung für zivil-militärische Zusammenarbeit im Hauptquartier SFOR/SARAJEVO 1998 heraus. Betroffene Menschen kommen zu Wort; ihre Schicksale stehen symbolhaft für Leid, Vertreibung, aber auch für die Chancen einer friedlichen europäischen Zukunft.
Teil II erinnert an den (vor Ort erlebten) Krieg im Kosovo 1999 und an die Bemühungen zur Verhinderung einer humanitären Katastrophe aus Sicht der "Mission Kolbow", bei der ich in diplomatischer Mission für den "Beauftragten der Bundesregierung für die Koordination deutscher Hilfsmaßnahmen in Mazedonien" deutsche Hilfe und den "Runden Tisch" in Skopje koordinierte. Dabei arbeitete ich eng mit den Vertretern nationaler und internationaler Organisationen, wie mit den Behörden des Gastlandes zusammen und würdigte deren jeweiliges Wirken in meinem Buch ausdrücklich.
Begegnungen mit den betroffenen Menschen, deren Schicksale, Schilderungen der Lage "vor Ort", Augenzeugenberichte etc. verdeutlichen in Teil II, wie auch in Teil I die menschliche Seite des Balkanproblems.
Teil III beschreibt Folgerungen und Perspektiven für den Balkan, kommentiert die Aussichten des "Stabilitätspakts für Südosteuropa", wirbt für eine bessere medizinische Versorgung in den Balkanländern, sowie für eine Stärkung von EU und VN und ihrer humanitären Hilfspotentiale und trägt mit Lösungsideen zu einem effektiveren Konfliktmanagement bei.
Teil IV beschäftigt sich mit den rechtsethischen Grundfragen zu humanitären Interventionen am Beispiel des Kosovo-Krieges sowie mit der am gleichen Beispiel festgemachten ethisch-moralischen Frage nach einer Konfliktlösung durch Tyrannenmords.
Der umfangreiche Anhang gibt Hintergrundinformationen,
bietet ein Balkanlexikon, Literaturhinweise, Hilfestellungen für "Helfer"
an und enthält je einen Zeitzeugenbericht aus dem 40.000 Menschen fassenden
mazedonischen Flüchtlingslager CEGRANE und von einer OSZE-Beobachtermission
im Kosovo in der Zeit vor der Bombardierung.
Die Reflexionen Rußlands und Chinas auf den Kosovokrieg von 1999 werden
in Moskau und Peking untersucht, der konkurrierende Machtkampf mit den USA dargestellt
und Vergleiche mit dem Tschetscheniendrama und dem Taiwanproblem aufgezeigt.
Zahlreiche farbige Photos, Karten und Graphiken illustrieren
das Buch und veranschaulichen die Zusammenhänge für den Leser. Unter
anderem sind die Regierungsstrukturen des Dayton-Staates Bosnien Herzegowina
sowie die Organisation des Stabilitätspaktes für Südosteuropa
dargestellt.
Das Buch ist von Aufmachung und Preis bewußt leserfreundlich
gestaltet. Die Druck-und Werbekosten trägt zum Großteil der Autor.
Das Buch soll durch Spendenaufrufe mithelfen, Balkan-Kinderprojekte zu finanzieren.
Spenden werden auf kuzem Wege über über die Initiative von Bundeswehrsoldaten
zu Gunsten von Kindern in Kriegs- und Krisengebieten, "LACHEN-HELFEN e.V.",
in Verbindung mit der deutschen CIMIC-Truppe im jeweiligen Einsatzland in gezielte
Projekte umgesetzt. Die Investitionen werden durch deutsche Soldaten überwacht
und durch akkreditierte Hilfsorganisationen flankiert. Ein Sonderkonto ist bei
der Sparkasse Essen, Nr. 7437197, BLZ 360 501 05 eingerichtet, zu dessen Bestimmung
noch ein bestimmtes Kinderprojekt identifiziert werden soll. Durch Verkaufserlöse
des Buches, Einnahmen aus Vortragsveranstaltungen, Pressehonorare etc. sollen
Balkan-Kinderprojekte mitfinanziert werden.
Vielleicht kann die RK ein wenig zum Erfolg des Projekts beitragen; es wäre
schön.
Es grüßt kameradschaftlich
Ihr/Euer
Hans-Peter Grünebach
(OTL und derzeit Kdr FüUstgBrig 4 in Berlin/in Umgliederung zu FüUstgRgt 38)
1. Der Autor ruft auf, auch andere Projekte für Kinder
in Kriegs- und Krisengebieten gezielt zu fördern. "Begegnungen auf dem
Balkan - Einsatz für den Frieden" fordert auf, alle an Jugend- und
Kinderprojekten beteiligten Hilfsorganisationen zu unterstützen.
2. Ein weiteres Buch, in dem der Autor mitgewirkt hat, und das Aussagen deutscher
Hilfsorganisationen zum Hilfseinsatz während des Kosovokrieges in seinen
Beitrag aufgenommen hat: "Krieg und Frieden auf dem Balkan - Mazedonien am Scheideweg"
(Hsg.: W.Kolbow/H.Quaden), Nomos-Verlag, Baden-Baden 2001.
3. Beide Bücher sind auch über Amazon.com und im Buchhandel erhältlich.
4. Das"Kolbow/Quaden-Buch" wird komerziell durch den Verlag vertrieben und dient
durch seine Botschaft der Balkanhilfe.
5. "Begegnungen auf dem Balkan" dient ideell und materiell der Balkanhilfe.
Durch Direktbestellung bei "Lachen-Helfen e.V." oder beim Autor ist der Spendenanteil
automatisch höher als beim Kauf über den Buchhandel. (siehe auch home
page von "LACHEN-HELFEN e.V. "Buchtipp")
Hallo Kameraden, ein fröhlicher Gruß aus dem Kosovo!
Prizren, 12.01.2002
Meinereiner geht es soweit blendend. Ich habe zugenommen,
natürlich nur an Erfahrung *g*,
der Euro fühlt sich auch schon ganz vertraut an (hatten wir mal was anderes?)
und ich bin guten Mutes, das es so gut bleiben wird.
Natürlich macht sich hier im Einsatz bemerkbar, das es jetzt einen wichtigeren
Einsatzort gibt...oder vielleicht sollte ich sagen, das es immer spürbarer
wird, das überhaupt alles wichtiger als unsere Armee im Einsatz oder sonstwozu
sein scheint. Unsere Minister müssen ja nicht mit Wölfen in den Urlaub
fahren, das wäre auch etwas schwierig, selbst im Einsatzland hat die Stabskompanie
der Multinationalen Brigade Süd z.Z. 27 nicht fahrbereite Wölfe. VW-Busse
sind so knapp, das Fahrzeug-Pools gebildet werden müssen, usw. und so fort.
Amerika, du hast es besser. Wenn wir unsere Verteidigungskameraden im Camp Bondsteel
besuchen, können einem manchmal die Tränen kommen. Das Lager ist nicht
wirklich groß, schlappe 80 qkm, Zaunlänge so ca 38 km, sieht so aus,
als hätten die Jungs die ehem. innerdeutsche Grenze um ihr Lager gezogen.
Man baut eben eine kleine Startpiste für die Wochenendflüge (5,5 km
lang, zwei C-5 landen im 30sec-Abstand...) und ein Fußball-Stadion nach
FIFA-Richtlinien. Während wir mit ca 4-5 Stromausfällen pro Woche
kämpfen, weil wir Stromaggregate nutzen, die aus ehemaligen Regierungsbunkern
stammen (und nie für Dauerbetrieb ausgelegt wurden...) haben die Jungs
vier Power-Stations im Lager stehen. Alle vier zusammen erzeugen bei Volllast
etwa soviel Strom wie das KKW Grundremmingen.
Wir sind hier in Prizren wirklich froh, mit Handy nach Hause telefonieren zu
können. Zwar kostet das über KB-Impuls 30 Cent/min, aber besser als
nix....zwar ist der Empfang nur in ca 70% der Zeit möglich, da der russische
Bordtechniker anscheinend ab und an vergisst, die Satelitenantenne weiterzudrehen,
aber besser als...s.o. Bei den Amis ist in jedem Unterkunftsblock, in jedem
Zimmer Telefon, mit AT&T worldwide, 2.9 US-Cent/min, mit 28,8 kbit/sec sogar
eingeschränkte Internet-Möglichkeit. Apropo Internet, unser Internet-Cafe,
wir sind froh es zu haben. Ohne Witz. Es läuft ebenfalls über KB-Impuls,
mit ca....weiss ich nicht, jedenfalls braucht die Startseite von Web.de ca 5
min. um sich aufzubauen. In dem Zelt stehen 12 Computer, 8-10 funktionieren
immer. In den 15 min die man am Compi Zeit hat, schafft man es gerade, eine
bis zwei vorgeschriebene E-Mails zu versenden . Wenn nicht wieder mal...siehe
oben.Bei den Amis...erspart mir bitte die Beschreibung, die Antenne neben derem
Internet-Cafe hat jedenfalls so etwa 10m Durchmesser. In Zelten, die ab 5cm
Schneeauflage einzubrechen drohen, ist jedenfalls bei den Amis nix. Bei uns
ist in sowas das Küchenzelt, div Lager und....das Feldlazarett. Bei der
Kälte verheizen wir jeden Tag 28 cbm Diesel, den Großteil durch unsere
Zeltwände, ins Kosovo.
Wir haben auch unsere Kameraden im amerikanischen Lazarett besucht. Mein Kollege
Anästhesie-Pfleger dort ist ebenfalls Reservist, arbeitet in Corpus Christi/Texas,
ist Captain im Dienstgrad und verdient das Doppelte wie ich. Ohne Zulagen. Nach
denen konnte ich Ihn nicht fragen, ich hatte in dem Moment einen kleinen Hass-Knoten
in den Stimmbändern.
Bei denen regnets auch nicht in den OP rein, die haben immer genug Medikamente
und immer genug Hubschrauber. So ca 200 stehen da in dem Lager rum. Unsere UH
1-D ist bei den Jungs sehr beliebt, die stellen sich immer zum Fotografieren
davor...“Schau mal, mein Junge, mit sowas war dein Opa in Vietnam!“ Die müssen
auch keine Streife laufen, da fliegen rund um die Uhr 2 Hubschrauber ums Lager.
Das deutsche Mun-Lager befindet sich ca 3 Km ausserhalb des Feldlagers Prizren,
natürlich extra bewacht, dort stehen eine grössere Anzahl von 20 Fuß-Containern
herum, hinter Wällen, hinter die man von den umliegenden Bergen aus prima
schiessen kann. Wenn man will. In Bondsteel liegt die Munition für eine
Brigade/2 Jahre unter dem Lager, in einer ehemaligen Senke, nunmehr einem Hügel.
Umliegende Berge machte die Army um 75 m niedriger, damit man nicht so ins Lager
reinsehen/-schießen kann. Mit dem Aushub wurde ein 4 km langer Strassendamm
von
ca 4-10 m Höhe angelegt, darauf eine 2-spurige Bundesstrasse als Lagerzufahrt.
Das ist die beste und breiteste Strasse im ganzen Kosovo. Ein Kosovare, der
angab, ihm gehöre das Land, auf dem man das Camp Bondsteel errichtete,
bekam 1 Mio. US$ angeboten, für 75 Jahre Nutzungsdauer- als Anzahlung.
Als er pro Jahr eine Mio. verlangte und ein männliches Familienmitglied-
mit Mpi am langen Arm...- hinzukam, verloren die Amis die Geduld. Diese dürfen
beide jetzt im Militärgefängnis in Bondsteel üben. In ca 6 auf
8m großen Hütten, ohne Heizung,ohne Fenster, 24 h elektrisches
Licht, kein Tisch, Stuhl, Schrank, nur ein Bett und eine Decke pro Nase. Strom
gibt’s nur im Zaun, Wasser nur im Freien, Klo nur als Dixi.
Zu essen gibt’s nur amerikanisches EPA...wahrscheinlich die härteste Strafe.
Apropo Essen...ein Lob unserer Feldküche, die Jungs arbeiten hart und gut,
dauernd im Freien (an unserer guten alten Feldküche, selbst bei minus 20
Grad, weil die Küchen-Container nach 3 Jahren Dauerbetrieb dauernd kaputt
sind). Dagegen bei den Amis...aber jetzt ist gut mit jammern, was soll denn
die Heimat denken!
Apropo Heimat, grüsst sie mir , Kameraden
Alles Gute, bis bald.
Euer Stefan
Uffz-Lehrgang im Sommer 2000 in Koblenz
1. Woche:
Montag: Einschleusung, Verwaltungsangelegenheiten, Begrüßung Spieß, Kp-Chef, ReFü
Dienstag:
medizinische Untersuchung, Ergänzung von Ausrüstung und Bekleidung,
PFT-Test, Wiederholung und Drill G3, MG,
Panzerfaust
Mittwoch: Geländeausbildung
(Marsch zu Fuß, Erkunden von Stellungen), Unterrichte über die Waffen
(GraPi, SigPi, G3Zf),
Unterricht über Orientieren im Gelände, Karte, Kompaß etc.
Donnerstag: Geländeausbildung (Marsch zu Fuß, Platz der Gruppe, Stellungen, Taktik, Alarmposten, Befehlsgebung)
Freitag:
Versch. Unterrichte (Befehlsgebung, Fm, SanWesen, Versorgung im Gefecht, Verhalten
des Feindes, Artillerie etc.),
Hindernisbahn (schulmäßig/gefechtsmäßig), Stuben- und
Reviereinigen, Stubenkontrolle
2. Woche:
Montag:
Geländeausbildung (Marsch zu Fuß, Platz der Gruppe, Stellungen,
Taktik, Alarmposten, Befehlsgebung, erste Üb-gefechte mit
echten Panzergrenadieren als Feind, wechselnde Gruppenführer)
Dienstag: Schießen
mit Mg und G3, Aufsicht beim Schützen, Umgang mit Waffen und Mun, O-Marsch
ca. 20km, in der Nacht:
Schießen mit Nachtsichtgerät Dienstschluß 0200
Mittwoch: Geländeausbildung
(Marsch zu Fuß/mit Kfz, Platz der Gruppe, Stellungen, Taktik, Alarmposten,
Befehlsgebung, erste Üb-
gefechte mit echten Panzergrenadieren als Feind, wechselnde Gruppenführer,
PzVernTrp, San-Einlagen, Eilmarsch)
Donnerstag: Geländeausbildung (Marsch zu
Fuß/mit Kfz, Platz der Gruppe, Stellungen, Taktik, Alarmposten, Befehlsgebung,
erste Üb-
gefechte mit echten Panzergrenadieren als Feind, wechselnde Gruppenführer,
PzVernTrp, San-Einlagen, Fm, Angriff)
Freitag:
polit. Bildung, Menschführung, Didaktik, ca 7000m Gelände AMILA, Stuben-
und Reviereinigen
3. Woche:
Montag: Geländeausbildung
(Marsch zu Fuß/mit Kfz, Platz der Gruppe, Stellungen, Taktik, Alarmposten,
Befehlsgebung, erste Üb-
gefechte mit echten Panzergrenadieren als Feind, wechselnde Gruppenführer,
PzVernTrp, San-Einlagen, Fm, Angriff)
Dienstag: Nachtalarm,
Gefechtsübung, gegen 0600 auf LKW herausgefahren worden ca. 40 km Luftlinie
von der Kaserne abgesetzt
und
worden, dort teilweise Übungsunterbrechung und Ausbildung im Jagdkampf:
Überfall auf LKW, Hinterhalte und Handstreich,
Mittwoch: das Leben im Versteck, Sammelpunkte,
Theorie des Durchschlagens. Danach wieder Gefechtslage. Das Jagdkommando
wird entdeckt, über Fm kommt Befehl auszuweichen. Dann Auftrag, feindl.
Versorgungswege zu stören, Angriffe auf Feind
LKW, dann Befehl, sich zur Kaserne durchzuschlagen (Ortschaften waren zu umgehen),
unterwegs immer wieder
Gefechtseinlagen, Seilsteg, Eilmarsch, Schlauchboot, Überwinden einer Schlucht
durch den Versorgungstunnel in einer
Autobahnbrücke, Klettern an Seilen... sehr Anstrengend und spannend! Gruppenführer
wurde ca. alle 3 Stunden gewechselt.
Donnerstag: Lehrproben zu verschiedenen Themen: Waffen und Gerät, SanAusbildung, Pionierwesen, Zugabend
Freitag:
polit. Bildung, Fußballspiel, Vorbereitung auf die Prüfung, Stuben-
und Reviereinigen
4. Woche:
Montag und
Dienstag: Prüfung. Bewertung
des Prüflings als Gruppenführer in einer Gefechtslage. Verhalten im
geleiteten Feuerkampf.
Mittwoch: Museumsbesuch, Besprechung der Zeugnisse
Donnerstag: Organisatorisches, Menschenführung, VVO, Zugabend
Freitag:
Beförderung, Stuben- und Reviereinigen, Ausschleusung
Anmerkungen:
Hinzu kam regelmäßiges Waffenreinigen, der Marsch
ins Übungsgelände (ca. 4-5km) fand immer unter Gefechtsbedingungen
statt, in der
Kaserne bewegte sich der Zug im Laufschritt, sehr anspruchsvolles Gelände.
Häufig Dienst bis spät in die Nacht.
Der Lehrgang war sehr fordernd, zugleich aber auch hochinteressant!
Die Ausbilder vom Fach und immer korrekt im Umgang mit den
Teilnehmern. Kameradschaft wurde GROSS geschrieben.
Es ist jedoch anzumerken, daß man auch ohne weiteres den Lehrgang nicht
bestehen kann!
Ich bin OG UA Nicole Terner, seit 2 Jahren bei der Bundeswehr und Angehöriger der Luftwaffe. Am 30.06.1998 wurde ich zu der Sanitätsakademie der Bundeswehr kommandiert um dort meinen Unteroffizierslehrgang zu absolvieren!
Nachdem ich den Lehrgang schon einmal verschieben lassen mußte weil ich im Februar Mutter wurde, freute ich mich dieses Mal umso mehr über die schnelle Kommandierung. Auch wenn ich meine Familie sicher sehr vermisste, war ich doch sehr gespannt was mich dort in München erwartete.
Die ersten Tage verliefen wie sie someist bei den Lehrgängen der Bundeswehr ablaufen. Viel Schreibkram, Einweisungen, Einteilungen und Materialverteilung. Nachdem man sich nach einigen Tagen "beschnuppert" hatte, ging es dann auch bald schon mit den ersten Unterrichtseinheiten in den Hörsälen los. Aufgaben wurden verteilt, sowie Lehrproben verteilt was jeder mit großer Spannung erwartete. Lehrproben werden gehalten und benotet da der San Uffz in seiner Einheit auch selber Unterrichte halten wird! Ein Großteil der Gesamtnote ist abhängig von der Benotung in den einzelnen Lehrproben, allerdings setzt sie sich aus soldatischer Ordnung, Stubendurchgängen, allgemeines Verhalten, Gruppenführernote, diversen Lehrgangsarbeiten sowie einer Abschlußprüfung.
In diesem Beitrag möchte ich gerne erzählen was einen erwartet auf dem Uffz Lehrgang und ich möchte auch gerne zeigen das es nicht nur auf das lernen ankommt sondern auch auf Kameradschaft und Zusammenhalt!
Von diesem Lehrgang kann ich aus meiner Sicht behaupten das diese Dinge gestimmt haben.
Nachdem wir 2 Wochen lang in unserem Hörsaal verbracht hatten gab es den ersten Tag wo wir das erste mal aktiv wurden und die ersten 0er Lehrproben stattfanden (0er Lehrproben sind zur Übung bestimmt).
Dieser Tag nannte sich M-Tag (Methodik Tag) da dort das erste mal die Ausbildung geübt wurde. Der Hörsaal wurde in 2 Gruppen geteilt die an verschiedenen Stationen begannen. Die erste Station unserer Gruppe war der Zeltbau. Die Kameradin die diese Lehrprobe durchführte, erklärte und zeigte uns den Aufbau eines 6 Mann Zeltes und den Aufbau eines 2 Mann Zeltes. Weiter ging es über die Stationen G3 Anlegearten, G3 Sicherheitsüberprüfung, G3 Auseinanderbauen und Zusammenbauen, P1 Anschlagarten zum P1 Auseinanderbauen und Zusammensetzten. Nach diesem Tag hatten wir schon einen guten Eindruck davon gewinnen können was man von uns erwartete. Die ersten Lehrproben in Erste Hilfe und Krankenpflege wurden dann auch schon bald abgenommen und somit begann die stressige Zeit der Vorbereitungen auf Lehrproben und Lehrgangsarbeiten. Lang erwartet und befürchtet rückte der Tag unseres ersten Geländetages herbei. An diesem Tag gingen wir zu Fuß auf den Standortübungsplatz.
Nach einem gemeinsamen Frühstück machten sich die eingeteilten Gruppen mit ihren Gruppenführern auf den Weg! Nach einem Fußmarsch von 4 km kamen wir auf dem Standortübungsplatz an. Schon kurze Zeit später begannen wir mit den ersten Lehrproben die an diesem Tage im Gelände im Vordergrund standen! Als Lehrproben wurden behandelt: Karte und Kompaß in verschiedenen Variationen wie z.B. übertragen der Marschkompaßzahl ins Gelände, Bauteile des Kompaß, übertragen der Marschkompaßzahl in die Karte ect, desweiteren Gebrauch DF (Doppelfernrohr). Nachdem wir dann im frühen Nachmittag fertig waren marschierten wir gemeinsam, also geschlossen als Hörsaal zurück! Über einen kleinen Umweg auf dem wir dann noch Schützenreihe, Schützenrudel, Stellung, Deckung und Sprung auf Marsch.....Marsch übten gelangten wir dann doch etwas erschöpft zur Sanitätsakademie zurück. Für einige von uns war es halt doch etwas anstrengend gewesen und ich muß zugeben das ich mich zu diesen zählen mußte. Wie gut eine schöne warme Dusche nach einem Geländetag geschweige denn nach einem Biwak tut kann wohl jeder nachvollziehen die sowas schon mal mitmachen durften!!!!
Die Lehrproben in den Fachbereichen Krankenpflege und Erste Hilfe standen nun fast täglich auf dem Programm. Zusätzlich zu diesen und den verschiedenen Unterrichten wie Arzneimittelkunde, Gesundheitslehre, San Mat, Methodik, Menschenführung, San Truppenkunde und Sport wurde nun auch verstärkt der Formaldienst durchgeführt. Denn auch dort wurde jedem Lehrgangsteilnehmer eine Lehrprobe abgenommen wobei es nicht nur auf das fachliche Wissen sondern auch auf das Führungsverhaltens des einzelnen ankam. Insgesamt gab es drei Lehrproben wobei der Zufallsgenerator entschied welche Lehrprobe man halten würde. Zur Auswahl standen: Grundstellungen und Wendungen, Marsch und Schwenkungen im Zugrahmen und Antrete und Richtformen. Die letzte Lehrprobe die dort durchgeführt wurde war die meinige, ich war richtig froh, denn nun nachdem meine Kameraden und ich dies alles schon unzählige male geübt hatten saß bei allen jeder Schritt und jede Wendung. Meine Lehrprobe war nämlich Grundstellungen und Wendungen! Zum krönenden Abschluß haben wir dann weil wir noch ein bisschen Zeit hatten die Befehle rechts ran und links ran durchgenommen. Dabei entdeckte unser HS Fw. unser Talent für den Formaldienst (in der letzten Stunde konnten wir ja ruhig zeigen was in uns steckt). Nachdem wir das neu erklärte dann auch einige male absolviert hatten gingen wir zurück in den normalen Unterricht im Hörsaal.
Mit großer Spannung erwartet und dann auch schon recht schnell herbeigerückt kam unser Orientierungsmarsch dann auf uns zu. Morgens wurden wir in Gruppen zusammen sitzend mit einem Bus hinausgefahren, an verschiedenen Stellen und nur mit dem Gepäck, einem Kompaß, einer Karte und dem Zettel mit den Koordinaten die wir anlaufen sollten machten wir uns dann schließlich auf den Weg. Man konnte schon früh am Morgen sehen das es versprach ein sehr schöner aber auch ein sehr heißer Tag zu werden. Die ersten Kilomater legten wir dann auch zügigen Schrittes zurück, doch nachdem wir uns dann auch einmal vertan hatten und längere Zeit durch die Sonne gelaufen waren bemerkte ich bei mir schon ein leicht mulmiges Gefühl.
In Abständen von 3 Kilometern waren dann punkte die man finden mußte (wenn man richtig gelaufen war) wo dann weitere Koordinaten draufstanden. Nach ca. 9 Kilometern kam dann K1 unser erster Rastpunkt an dem wir eine 20 Minütige Pause hatten wo wir Brote essen konnten und Getränke bekamen. Mittlerweile war es schon ganz schön heiß geworden und wenn man seine Mütze im ersten Moment zur Abkühlung naß gemacht hatte so war sie im zweiten Moment auch schon wieder trocken!!! In der Zeit wo wir unsere Pause verbrachten war einer aus der Gruppe rausgenommen worden der anhand einer Karte einer vorgegebenen Strecke eine Skizze zeichnen mußte nach der wir dann später laufen sollten. Die 20 Minuten waren dann auch irgendwie total schnell vorbei und schon sehr bald ging es dann schon wieder los!! Wir mußten nun nach der Skizze laufen was bedeutend schwieriger war als nah der Karte zu laufen denn es ist gar nicht so einfach in einer kurzen Zeit eine Skizze anzufertigen nach der man dann danach auch gescheit laufen kann.
Nun man muß es halt erwähnen das wir uns dann leider auch verlaufen haben zwischendurch und auf kleinen Umwegen dann aber schließlich auf dem Weg zu unserem zweiten Anlaufpunkt K2 waren. Leider hatte ich dann aufgrund der hohen Hitze der vielen Sonneneinstrahlung und wahrscheinlich auch zuwenig Flüssigkeitszufuhr einen Kreislaufkollaps mit dem ich kurz vor K2 zusammen brach. Mit einem KRKW wurde ich dann kurzer Hand nach guter Versorgung meiner eigenen Leute ins Krankenhaus nach Wolfratshausen gebracht. Nachdem ich ein paar Tage etwas kürzer getreten hatte ging es mir dann auch schon wieder besser. Ach, jetzt hätte ich fast unseren F Tag vergessen an dem die Leute mit den F Lehrproben ihren Einstand hatten! An diesem Tag wurden wir ebenfalls wieder in Gruppen aufgeteilt zu verschiedenen Ortschaften gefahren wo wir uns einen geeigneten Bauernhof aussuchen sollten auf dem wir einen Verwundentensichtungsplatz einrichten sollten. In der Gruppe wurden die Aufgaben verteilt und jeder tat eine Arbeit dann auch so gut er konnte. Nach ca. 30 Minuten kamen dann auch unser Hörsaalleiter und unser Hörsaal Feldwebel zurück schauten sich den Hof und die verschiedenen Stellen an wo wir die einzelnen Dinge wie z.B. der Platz für die Toten, Registratur, Behandlung ect. Einrichten würden. Denn natürlich hatten wir die ganzen Dinge nicht richtig dort aufgebaut sondern hatten Schilder aufgehängt wo draufstand was an der jeweiligen Stelle eingerichtet werden sollte!! Nach der Benotung konnte man dann wieder in den Bus einsteigen und nachdem wir alle anderen Gruppen auch noch eingesammelt hatten fuhren wir zurück Richtung München und San Ak.
Allerdings machten wir dann noch beim Schnitzelwirt einen kleinen Halt wo wir dann in großer geselliger Runde unser Mittagessen einnahmen.
Und natürlich kommt was kommen muß nach einem Tag im Gelände wo das Material in Gebrauch war, das REINIGEN !!!!! Von jedem gehaßt aber notwendig. Nachdem dann endlich das Material gereinigt und man selber unter der lang ersehnten Dusche war, konnte man sich endlich auf den Dienstschluß freuen.
Nun möchte ich zwischendurch erwähnen das so ein Lehrgang nicht nur aus pauken, lernen und Gelände besteht sondern auch aus dem Kameradschaftlichen teil. Diesen pflegten wir dann auch meistens nach Dienstschluß. Mal eine Party (Anlässe finden sich immer), oder auch nur ein geselliges Beisammen sitzen wo man über den vergangenen Tag sprach oder kleine oder große Probleme wälzte. Ich finde es toll wie sehr eine Gruppe mit der Zeit zusammen wächst. Natürlich bleibt es nicht aus das es einmal Krach gibt, doch wen wunderts wenn so viele verschiedene Menschen längere Zeit zusammen leben müssen!? Doch ich finde das sich unser Hörsaal ganz gut zusammen gerauft hat! Jedenfalls habe ich mich sehr wohl gefühlt und manchmal vermisse ich es sogar das ich am Abend nicht mit meinen Kameraden den Tag Revue passieren lassen kann.
Nachdem ich nun auch mal ein bisschen über die zeit nach dem Dienstschluß geredet habe möchte ich nun wieder zu dem eigentlichen Teil meines Berichts kommen. Weiter ging es nach dem F Tag und dem Orientierungsmarsch und schon wurden die ersten ernsten Arbeiten geschrieben in den Fächern Arzneimittellehre, San Mat und ABC Abwehr. Dies alles Fächer wo unser Unterricht im Hörsaal nun langsam ein Ende fand und am Ende wird ja immer gerne eine Erfolgskontrolle durchgeführt! Mit riesigen Schritten ging es nun auf den Tag unseres Leistungsmarsches zu. Ich muß dazu sagen das wir am Tag bevor wir unseren Leistungsmarsch hatten schon PFT* abgelegt hatten. Jedenfalls traf man sich am Tag nach dem PFT draußen vor der Wache, wo dann auch der Start stattfand. Ich hielt mich ziemlich hinten im Feld denn ich wußte das ich überhaupt nicht zurück kommen würde wenn ich von Anfang an ein sehr hohes Tempo gehen würde. Zusammen mit einer Kameradin vom Heer ging ich die ersten 10 km bis zum Wendepunkt für die 20 km Strecke die für das silberne Leistungsabzeichen notwendig war! Nun wäre es ja einfach wenn man Zeit hätte wie man wollte für die Strecke. Dies ist allerdings nicht so!! Die Zeiten für die einzelnen Strecken (männlich/weiblich unterschiedliche Zeiten) sind überall nachzufragen. Leider merkte ich auf der Hälfte des Rückweges das ich nicht in der Zeit bleiben würde, denn da ich leider noch nicht von der Kondition so toll war hatte ich mir schon ein paar Blasen eingehandelt. Bewundernswert fand ich dann die Kameraden/dinnen die trotz Blasen diese Strecken so gelaufen sind das sie ihre Zeiten noch einhalten konnten. Ich habe mich dann aber dazu durchgerungen die Strecke zu Ende zu gehen den ich dachte mir dann irgendwann das ich zu Fuß aus der Kaserne raus bin und auch zu Fuß wieder rein wollte! Ungefähr 10 Minuten über der Zeit die ich benötigte traf ich dann endlich in der Kaserne ein. Und jeder der schon einmal einen Leistungsmarsch absolviert hat wie sehr man sich über den Anblick seiner Kaserne freut wenn man von so einem Marsch wieder zurück kommt. Weniger froh ist man dann das man statt der Aufzüge (da wir in einem 4 geschossigen Gebäude waren gab es dort Aufzüge) nach einem Leistungsmarsch die Treppen benutzen darf! Als ich dann endlich beim UvD* eintraf wurde mein Rucksack nachgewogen (denn Voraussetzung ist das man auch wirklich 10 kg Gepäck bei sich hatte) und ich konnte endlich meine Sachen auf meine Stube bringen und mich unter die wohlverdiente Dusche stellen ! Viele aus unserem Hörsaal heimsten an diesem Tag ihr Leistungsabzeichen ein. Für das Leistungsabzeichen ist nicht nur der Leistungsabzeichen notwendig sondern auch das ablegen des Deutschen Sportabzeichens!
Schneller als viele von uns dachten gingen die Wochen des Lehrgangs vorbei. Nun kam auch endlich unser Biwak auf das wir uns schon sehr gefreut hatten und das von allen mit großer Spannung erwartet wurde.
Morgens in der früh führte uns unser Lagerkommandat (es war die Lehrprobe eines Kameraden der Lagerkommandant für die Dauer de s Biwaks zu sein) hinaus zu unserem Lagerplatz auf dem Standort – Übungsplatz in der Nähe von München/Neuherberg. Als wir dort angekommen waren wurde zuerst mal das Gepäck (das diesmal sehr reichlich war) abgelegt. Wir machten uns daran unser Lager und die Feuerstelle einzurichten.
Die Frauen sowie die Männer hatten je ein 6 Mann (oder auch Frau) Zelt, sowie noch einige 2 Mann Zelte. In der Mitte des Lagers wurde unsere Feuerstelle eingerichtet, die uns am Abend wärme und etwas Licht geben sollte und tagsüber auch für eine Lehrprobe diente. Zu dieser besagten Lehrprobe gleich mehr!! Als wir mit den ganzen Aufbauarbeiten fertig waren gab es Frühstück. Wie auch sonst in den 2 tagen gab es Nahrung aus dem EPA (Ein Mann Packung). Bestehend aus Panzerkeksen, eingeschweißter Wurst, ewig haltbarer Marmelade und sonstigen Leckereien !!) Nach unser morgendlichen Stärkung ging es Weiter im Tagesplan der vorsah das nun die restlichen Lehrproben der einzelnen Kameraden dran waren.
Mit Lehrproben wie z.B. das bauen von Behelfstragen wo man aus Kleidungsstücken und Bw Wolldecken sowie starken Aststücken tragen fertigt. Weitere Lehrproben waren in den 2 Tagen z.B. Kochen im Felde, Schleiftricks, Kochen im Felde und noch vielen anderen sanitätsdienstlichen Übungen die nur im Gelände durch zu führen sind!!
Abends wurde dann nachdem wir an diesem Tage schon einmal sehr leckeres und nahrhaftes Essen bekommen hatten das Abendessen ausgeteilt. Es gab wie sollte es auch anders sein EPA. Wie gut das wir Mittags zum Essen durch die Lehrprobe eines Kameraden (kochen im Felde) was bekommen hatten was genießbar und sehr lecker war!
o.K. EPA`s kann man auch Essen, aber im Vergleich zu dem gewohnten essen in der Kaserne ist es nicht gerade eine Steigerung.
Nach dem wir also dann aber unser Abendessen zu uns genommen hatten, bekamen wir durch unseren Hörsaalleiter mitgeteilt das wir an diesem Abend noch einen Gefechtsmarsch durchführen würden. Der Gefechtsmarsch sollte um 21 Uhr stattfinden, allerdings wurden 2 Personen bestimmt die an diesem Abend die Feuerwache halten sollten. Dies war meine Aufgabe und die Aufgabe einer Kameradin die mit mir dann zusammen das Lager sowie den Bunker mit den Lebensmitteln und der Munition bewachen sollte. Pünktlich um 21 Uhr marschierten unsere Kameraden dann los und wir setzten uns zuerst mal an unser Feuer und machten uns einen Tee. Später gingen wir dann in regelmäßigen Abständen Kontrollrunden durch unser Lager. Nach ca. 3 Stunden trafen –dann unsere Kameraden wieder ein. Ziemlich k.o. und müde trank jeder einen Schluck Tee oder Kaffee und die meisten legten sich dann in ihre Zelte um ein bisschen bis zu ihrer Wache zu schlafen. Denn natürlich hatten meine Kameradin und ich nicht die ganze Nacht durch Wache sondern wir wurden dann auch bald nach dem eintreffen der anderen abgelöst. Müde und ziemlich durchgefroren ging ich zurück zu meinem Zelt wo meine anderen Kameradinnen schon lagen und mehr oder weniger schliefen! Zusammen mit meinem G3 legte ich mich dann in meinen Schlafsack und wachte in dieser Nacht zig male auf weil ich mich immer ausversehen auf mein G3 legte oder irgendjemand mal auf Klo oder zu seiner Wache mußte ( ich hatte leider den Platz am Ausgang). Einen Vorteil hatte es jedoch das man zu so vielen auf einmal in einem Zelt geschlafen hatte, es war nicht ganz so kalt!!
Am Morgen wurden wir dann um 5:30 von unserm Lagerkommandanten geweckt! Als wir dann jedoch merkten das kaum noch Wasser da war, das weder fürs Zähneputzen noch für einen Kaffee reichte, sank unsere Laune etwas. Aber da Not erfinderisch macht teilten wir uns mit jeweils 4 Mann einen Schluck Wasser aus unseren Wasserflaschen. Wenig später frühstückten wir alle zusammen und nachdem wir damit fertig waren ging es wieder mit Lehrproben Weiter.
Am Mittag war es dann endlich so weit. Wir bauten unser Lager ab und machten uns auf den Rückweg zur Kaserne. Dort angekommen ging es natürlich mit Materialreinigen weiter. Nachdem wir unsere eigene Ausrüstung gereinigt hatten, trafen wir uns in unsrem Hörsaal um unsere Waffen zu reinigen !
Jeder der schon einmal beim Bund eine Waffe reinigen mußten kann nun wohl nach vollziehen was sich in den folgenden Stunden abspielte. Putzen,putzen,putzen ohne ende. Ich glaubte irgendwann das unser Hörsaalleiter und Hörsaalfelwebel nie mehr ihren Finger aus dem lauf ziehen würden ohne das noch etwas Dreck daran wäre. Endlich aber so gegen 17 Uhr wurde dann für diesen Tag Dienstschluß gegeben und das muntere reinigen sollte erst am folgenden Tag weiter gehen. Am nächsten Tag wurden dann weiter die Waffe gereinigt und wenig später wurden die Waffen kontrolliert und nachdem sie für sauber befunden worden waren wurden sie in die Waffenkammer zurück gebracht.
An diesem Tag sagte der Inspektionschef noch ein paar Abschlußworte zu unserem Biwak und gab uns dann Mittags für den Rest des Tages frei.
Nun gingen alle zuerst einmal in ein langes verdientes Wochenende. Der Tag unserer Prüfungen rückte immer näher. Am ersten Tag fanden die schriftlichen Prüfungen statt. Den ganzen Tag gab es einen Prüfungsbogen nach dem anderen. Geprüft wurden wir in den Fächern Arzneimittellehre, Krankenpflege, Erste Hilfe, und Menschenführung. In diesen Prüfungsbögen kamen fragen aus allen möglichen Lehrproben vor die in den vergangenen Wochen gehalten wurden. Man kann sich also vorstellen, jeweils 23 Lehrproben da kommt ganz schön was an Stoff zusammen. Es war also nicht ganz einfach!!!
Am zweiten Tag waren dann die praktischen Prüfungen dran, diese fanden auf dem Kasernengelände statt. Da ich aber durch einen Unfall (über den ich gleich noch schreiben werde) vom Außendienst befreit war fand meine Lehrprobe drinnen statt. Normalerweise gab es mehrere Stationen wie z.B. Behelfstragenbau, KrKw beladen, entladen und umbauen, Karte & Kompaß, Marsch mit KFZ und noch viele Stationen mehr! Bei mir konnten nur zwei Dinge dran kommen die man drinnen durchführen konnte, Marsch mit KFZ oder Karte und Kompaß. Es kam was kommen mußte und ich bekam Karte und Kompaß. Am nächsten Tag waren dann die mündlichen Prüfungen, da ich in San Truppenkunde zwischen zwei Noten stand mußte ich ebenfalls in die mündliche Prüfung. Vor dieser hatte ich den meisten Bammel, aber im Nachhinein muß ich sagen das mir die mündliche Prüfung am einfachsten gefallen ist! Als ich dann erfuhr das ich wie alle anderen Kameraden aus meinem Hörsaal bestanden hatte war eine Freude grenzenlos!!!!! Keiner aus unserem Hörsaal war durchgefallen, was ich auch dem zuschreibe das bei uns ein toller Zusammenhalt war und wir uns gegenseitig halfen. So hatte ich z.B. auch einige Kameradinnen mit denen ich zusammen lernte und die mit mir San Truppenkunde so lange gebüffelt hatten das ich nachher alle Antworten im schlaf hätte sagen können !!!
Am nächsten Tag und nachdem wir unsere Spinde und Stuben ausgeräumt hatten eine Riesen große Party statt die bis in die frühen Morgenstunden ging. Das wir am nächsten Tag, dem Tag unsere Verabschiedung ziemlich fertig aussahen brauche ich ja hier wohl nicht mehr sonderlich zu erwähnen.
Bevor ich aber nun gleich enden werde, möchte ich noch gerne von unserem Tag auf der Hindernisbahn berichten.
Am Morgen wurden wir mit dem Bus in die Bayern Kaserne gefahren die ganz in der nähe der San Ak liegt. Nachdem wir uns für die Hindernisbahn fertig gemacht hatten, also Handschuhe angezogen und unnötige Ausrüstungsgegenstände entfernt hatten, ging es los.
Ich glaube mit Worten ist da nicht viel zu beschreiben, doch wenn ihr euch die Bilder angucken werdet dann werdet Ihr das ein oder anderer Hindernis wiedererkennen!
Leider hat’s mich dann von der Hühnerleiter so geschmissen, das ich in den San Bereich gebracht werden mußte (tja so ne Hindernisbahn ist wohl nix für Muttis).
Nach mehreren Untersuchungen wurde ich dann
mit einem Vorderen Kreuzbandriß für einen Tag im San Bereich stationär
aufgenommen. Danach durfte ich den Lehrgang und die Prüfung noch zu Ende
machen da der Unfall in der Letzten Lehrgangswoche passiert war (Tja die werden
schon wissen warum sie die Hindernisbahn am Ende des Lehrgangs besuchen). So,
ich hoffe Mein Bericht hat euch ein wenig gefallen. Wer noch fragen zu dem ein
oder anderen hat kann mir gern eine Mail Schreiben ich antworte gerne. Dies
ist natürlich alle so geschildert wie ich’s erlebt und gesehen habe. Wie
der Eindruck meiner Kameraden/dinnen war und ist kann ich natürlich nicht
so sagen. Allerdings glaub ich aber das es alles in allem jedem ganz gut gefallen
hat. Und bin ich endlich MBL und warte nur noch auf meine Versetzung und Beförderung!!
Also bis dann eure Nicole
Bericht von Matthias Beth über die Ausbildung SIRA
Pioniertruppe in SIRA
Im Februar 2001 erfolgte im SIRA-Stützpunkt Brigade
der erste SIRA-Durchgang, bei dem die Pionierunterstützung Schwerpunkt
der
Übungsanlage war.
Das SImulationsprogramm für RAhmenübungen SIRA
als computerunterstütztes Übungssystem für Bataillons- und Brigadestäbe
wird in der
Grundversion für Kampftruppe in Gefechtsgliederung durchgeführt.
Panzerkompanien und Panzergrenadierkompanien werden zwischen den
Bataillonen getauscht, Panzerjäger werden eingegliedert, Versorgungspäckchen
werden zu den Kompanien gestellt etc.
In dieser Gefechtsgliederung werden Ausgangslagen eingenommen
und die bekannten Gefechtsarten, vorrangig Angriff, Verteidigung,
Verzögerung, geübt.
Die Btl/Brig-Stäbe bauen dafür ihren Gefechtsstand
in der Umgebung des SIRA-Stützpunktes real auf und beginnen mit allen erforderlichen
Maßnahmen, d.h.
- Erstellen und Halten von Fernmeldeverbindungen,
- Sicherung,
- Stabsdienstarbeit,
- Verarbeitung von Meldungen und Anträgen
von unten,
- Umsetzen der Befehle und Meldungen von oben
- Aufteilung des zugewiesenen Verfügungsraumes
- Vorbereitung der vorgesehenen Einsätze.
Hier gibt es keinen SIRA-Arbeitsplatz.
Unterstellte Kompanien, rechter und linker Nachbar und
sämtliche Verbände rot erhalten Anschluß an das SIRA-Computernetz.
Vorgesetzte
Verbände sind nicht unmittelbar am SIRA-Netz beteiligt, können
aber real das Geschehen beeinflussen durch Vorgaben an die roten und blauen
Verbände, aber auch durch das Einspielen von Lageänderungen.
In der am Schirm dargestellten Lagekarte mit allen Eintragungen
der Karte 1:50'000 können alle Fahrzeuge sowie deren abgesetzte Besatzung
dargestellt und über Befehle gesteuert werden. Grundsätzlich kann
jede Einheit alles das sehen (blaue und rote Truppen), was sich im
Sichtlinienbereich aller Fahrzeuge und Personen der Einheit befindet. Der
Blick von oben auf die Karte enthüllt nur den horizontalen Blick vom
Boden bis maximal zur Kirchturmspitze. Eine Panzerkompanie kann etwa von
der Karte verschwinden, wenn sie sich in einer Ortschaft befindet,
und anschließend Panzer für Panzer wieder auftauchen, obwohl man
von oben in die Straßen hineinschaut. Dunkelheit, Schneefall, Nebel
reduzieren die Sichtbereiche ebenso wie von Kampffahrzeugen oder von der
Artillerie ausgebrachter Tarnnebel.
Die SIRA-Bedienerdetails sind eigentlich nur für die
Teilnehmer interessant, weil auch in den Kompanien, die mit Schirm ausgestattet
sind, der
taktische Führer an seiner realen Lagekarte die Lage mitführt und
dort die Beurteilungen und Entscheidungen des Führungsvorgangs ablaufen.
Das Bild der Führer von der Lage ist daher vom Informationszulauf von
oben und unten abhängig.
Die Befehle an die unterstellten Führer erfolgt allerdings
nicht in mündlicher Form "Lage, Auftrag, Durchführung, Unterstützung",
sondern in Form
von Anweisungen an den PC-Bediener, der entsprechend mit Maus und Tastatur
Kompanien, Züge, Gruppen, Fahrzeuge, Personen ansteuert
und Bewegungen, Feuerbefehle, Nachschubtätigkeiten, aber auch taktisches
Verhalten einschließlich Stellungsbau und geländeangepaßte
Bewegungen programmiert und deren Ausführung durch das SIRA-System ablaufen
läßt.
Wo feindliche Fahrzeuge oder Truppen beobachtet werden
können, werden die Sichtlinien angezeigt, wobei ein getarntes Fahrzeug
gegnerische Truppen durchaus sehen kann, ohne selbst gesehen zu werden. Je
nach Feuererlaubnis wird dann geschossen. Treffer mit
Totalausfall bewirken einen Wechsel der Darstellung vom taktischen Symbol
zu einem orangefarbenen Punkt, der nach einigen Sekunden
verschwindet, es gibt also keine spektakulären Explosionen. Beschädigte
Fahrzeuge bleiben erhalten und können durch technische Truppe
geborgen und instandgesetzt werden. Für die beteiligten Soldaten ermittelt
das System eine Anzahl Verwundete, die angezeigt werden und
geborgen und zu einem Verbandplatz gebracht werden müssen.
Im Gefecht ist also jede Menge aufzunehmen, zu tun, zu
bedenken, zu melden, zu befehlen. Die Simulation SIRA entlastet die Führer
in aller
Regel nicht und läßt erteilte Befehle in Echtzeit ablaufen, auch
wenn man manchmal gerne etwas beschleunigen oder bremsen möchte. Das
Gefühl von "Spielen" kommt daher maximal bei dem einen oder anderen
Bediener auf. Es handelt sich um eine ernstzunehmende Simulation.
Während eines SIRA-Durchgangs werden alle Handlungen
und Funksprüche im System gespeichert und können später wieder
abgerufen und
die Bildschirmdarstellung der Gesamtlage zur Auswertung abgespielt werden.
So gibt es bei der Besprechung auch kein Vertun, was denn nun
"draußen" passiert ist. Es geht aber nicht darum, einzelne Personen
an den Pranger zu stellen, sondern Mängel aufzuzeigen und deren
Auswirkungen als Erfahrung für alle erlebbar zu machen. Sollte allerdings
eine Lage hoffnungslos verfahren sein, kann das gesamte System
gestoppt und zurückgefahren werden. Dies wird aber in aller Regel nicht
angewendet, weil die Ernsthaftigkeit der Handlungen darunter leiden
kann.
Dieses System wurde bisher nur mit der Kampftruppensicht
genutzt, was etwa für übende Pionierbataillone bedeutete, daß
der
Pionierkompaniechef als Chef einer verstärkten Panzergrenadierkompanie
arbeiten mußte. Dies vermittelt zwar Grundsätze und
Besonderheiten der Kampftruppenführung sehr plastisch, hilft aber im
Erleben der eigenen pionierspezifischen Einbindung in dieses
Geschehen nur sehr eingeschränkt.
Beginnend im Jahr 2000, als der beschriebene SIRA-Durchgang
für eine Pionierbrigade befohlen wurde, wurde das SIRA-System so ergänzt,
daß große Teile der Pionierausstattung der Bundeswehr in die
Programme aufgenommen wurde. Sämtliches Großgerät wurde in die
Fahrzeugauswahl aufgenommen, Pionierbataillon und schweres Pionierbataillon
wurden als Verbände mit ihren Teileinheiten angelegt.
Vom Schlauchboot über den Schützensteg, die Panzerschnellbrücke
und die Faltfestbrücke bis zur Amphibie M3 können alle Brücken-
und
Übersetzsysteme der Bundeswehr abgebildet und eingesetzt werden.
Die Minensperren vom Minenverleger bis zu Wurfminen der
Pioniere und der Artillerie waren als wesentliches Element aller Einsatzarten
schon
in SIRA enthalten, sind aber in den Details erheblich verbessert worden,
so daß sie nicht mehr plötzlich im Gelände liegen, sondern erst
angelegt werden müssen und somit auch die Pionierkräfte in dieser
Phase schon bekämpft werden können.
Die Pioniermaschinen (Mehrzweckraupe, Schwenklader, Kran,
Bohrgerät etc.) können derzeit als Fahrzeuge dargestellt und bewegt
werden,
deren Einsatz ist bisher nur in Einzelfällen möglich, so etwa beim
Faltstraßengerät.
Technische Erfordernisse der Land- und Wasserarbeiten wurden
als Programmteile neu angelegt. So können Brückenteile erst zu Wasser
gebracht werden, wenn zuvor eine Erkundung erfolgt ist, die eine ganze Stunde
dauert. Dies Stunde "Wartezeit" simuliert die eigentliche
Erkundung einschließlich vorbereitender Maßnahmen, wie Vermessungstätigkeiten
und das Anbringen von Landverankerungen. Anschließend
werden die Brückentransporter vom System einzeln aus dem Verfügungsraum
abgerufen und zum Wasser gefahren, dort entladen und leer
wieder in den Verfügungsraum zurückgefahren. Stück für
Stück entsteht so die Kriegsbrücke oder Fähre.
Jedes einzelne Fahrzeug und die Brücke sind der Entdeckung
ausgesetzt und der Vernichtung durch feindliches Feuer. Da geht es den
Pionierkräften nicht besser als in der bisherigen SIRA-Version den Kampftruppen-
und Versorgungsfahrzeugen.
Nach Monaten der Vorbereitung im SIRA-Programm und im Brigadestab
reisten 167 Soldaten und zwei Reservisten der Pionierbrigade und
der unterstellten Bataillone und Kompanien nach Luttmersen, um dort den Angriff
einer Division über ein Gewässer computerunterstützt zu üben.
Panzergrenadier-, Panzer- und Artilleriesoldaten ergänzten das Übungspersonal
um die nicht ganz zu vernachlässigenden kampfkräftigen
Verbände, die das eigentliche Gefecht führen sollten.
Nach Einrichtung im Stützpunkt und in seiner Nähe
wurden zwei Durchgänge an den beiden Kerntagen gefahren. Zunächst
wurde ein bereits
vorhandener Brückenkopf angenommen, in dessen Schutz Kriegsbrücken
errichtet wurden, über die der Angriff in die Flanke der Feindkräfte
vorgebracht wurde. Zum Schutz der eigenen Flanke wurde ein Kampfverband aus
einem Pionierbataillon, verstärkt durch Panzerzüge,
eingesetzt, der Sperren in allen Variationen anzulegen hatte.
In einem zweiten Durchgang wurde die eigenen Stellungen
und Räume komplett auf das freundseitige Ufer gelegt und der Angriff aus
dem
Stand begonnen. Nach Artillerieeinsatz (Feuer und Nebel) sollten Schlauchboote
und Sturmboote ans Wasser gebracht werden und die
Grenadiere übergesetzt werden, um einen Brückenkopf zu bilden und
erdbeobachtetes Feuer auf die Übergangsstellen auszuschalten, um den
Einsatz schweren Brückengeräts zu ermöglichen. Hier schlug
der SIRA-Programmteufel voll zu. Die Schlauchboote der Kampftruppe können
im
SIRA-System erst nach einer Erkundung und der Einrichtung eines Kompanieverteilerpunktes
in Gewässernähe zu Wasser gebracht werden.
Als Umsetzung der tatsächlichen Handlungen sind diese Voraussetzungen
durchaus nachvollziehbar und SIRA-typisch, also auch nicht abwegig;
sie waren nur den Bedienern teilweise nicht bewußt, sodaß der
Angriff erst mit Verzögerung über das Gewässer vorgebracht werden
konnte.
Im weiteren entwickelte sich das Gefecht recht normal für
die angenommene Lage des Angriffs im rechten Winkel zur Bewegungsrichtung der
Feindkräfte in deren Flanke. Dies bedeutet Verzahnung der Kräfte,
Absicherung der Flanken auf beiden Seiten, einzelne Fahrzeuge im jeweils
feindlichen Bereich, aber auch Bekämpfung einer Brücke durch Artillerie
mit entsprechenden Ausfällen der übergehenden Truppe sowie
Beobachtung einer geplanten Übergangsstelle durch Spähpanzer und
Infanterie einschließlich Bekämpfung der zufahrenden
Brückentransporter. Eigenes Artilleriefeuer wurde zunächst angefordert
über die auf der benachbarten Brücke übergehende Artillerietruppe;
schließlich wurden sogar Pioniere im Wolf, ausgerüstet mit zwei
Maschinengewehren und einer Panzerfaust infanteristisch vorgeschickt, weil
angeforderte Kampftruppe zur Unterstützung des Pionierauftrags durch
kampfkräftige Sicherung nicht verfügbar gemacht wurde.
Im Rahmen der übungseigentümlichen Randbedingungen,
wie Befehlsausgabe um 22:30 Uhr mit anschließendem Umsetzen in den eigenen
Befehl, aber auch sprunghafte Lageänderungen, hat die Übung den
Beteiligten nicht nur Abwechslung und Spaß gebracht, sondern auch mit
Sicherheit die Zusammenarbeit zwischen Kampftruppe und Pionieren gefördert.
Nicht nur die eigenen Fehler, auch die unvermeidbaren
System-Unzulänglichkeiten haben die Bedingungen für den Pioniereinsatz
verdeutlicht und den Unteroffizieren, Feldwebeln und Offizieren
wichtige Erfahrungen vermittelt. Die Weiterentwicklung des SIRA-Systems im
Pionierbereich wurde erheblich gefördert. Auch die Durchführung
von Pioniereinsätzen einerseits sowie die Anforderung und die anschließende
Unterstützung von Pioniereinsätzen werden bei den beteiligten
Führern im realen Leben zukünftig besser und reibungsloser ablaufen.
Für diese Übung, die eine Division im Angriff
gegen zwei angreifende Divisionen darstellte, wurden lediglich etwa zweihundert
Mann benötigt.
Das einzige Großgerät war der zivile Omnibus für Anreise
und Rückfahrt. Dies zeigt, daß SIRA erhebliche Einsparungen beim
Personal und
beim Großgerät, aber auch für die Bevölkerung im Übungsgelände,
ermöglicht und dennoch den eingesetzten Führern wichtige Erfahrungen
vermittelt.
Gerade Pioniergerät erfordert in aller Regel den Einsatz
vieler Soldaten. SIRA für Pioniere erlaubt es, auf die körperliche
Anwesenheit der
ausführenden Pioniere zu verzichten, ohne die Routine in Führungsvorgängen
und den gegenseitigen Absprachen völlig außer Acht zu lassen.
Matthias Beth, Februar 2001
Ende SIRA2001
Der Ablauf im Überblick:
| Tag | Tageszeit | Themen |
| Sonntag | vm | Anreise, Bezug Quartiere |
| Sonntag | nm | Einweisung, Ausgabe DivBef, parallel BedAusb |
| Sonntag | a | Erarbeitung PzBrigBef, Vorbereitung PiErkundung, parallel BedAusb |
| Montag | vm | PiErkundung im Gelände, parallel BedAusb |
| Montag | nm | PiErkundung im Gelände, parallel BedAusb |
| Montag | a | Erarbeitung PzBrigBef, Ausarbeitung und Vorlage PiErkErgebnis, parallel BedAusb |
| Dienstag | vm | Erarbeitung PzBrigBef, Ausarbeitung und Vorlage PiErkErgebnis, parallel BedAusb |
| Dienstag | nm | Ausgabe PzBrigBef (gleichzeitig PiBrigBef), Erarbeitung PiBtlBef, parallel BedAusb |
| Dienstag | a | Erstellen Pi/Pz/ArtKpBef, Eintrag von 1) Lage, 2) Idee desGefechts, 3) eigenem Auftrag in GefStdUnterlagen und in SIRA |
| Mittwoch | vm , nm | SIRA Durchgang 1 |
| Mittwoch | a | Auswertung Durchgang 1, neue Lage, neue Befehle, bis kurz nach Mitternacht |
| Donnerstag | vm, nm | SIRA Durchgang 2 |
| Donnerstag | a | Auswertung, Abschlußbesprechung, Herrenabend |
| Freitag | vm | Rückbau Quartiere, Rückmarsch |